Glossar
| acriter et fideliter | (lat.) «Tapfer und treu», Leitspruch der Päpstlichen Schweizergarde |
| Arco delle Campane | (ital.) «Glockenbogen», Aussenposten |
| Armeria / Armerie | (ital./franz.) Waffenkammer |
| Armiere | (ital.) Unteroffizier, der die Waffenkammer betreut |
| Banda | (ital.) Musikspiel |
| Barbetta | (ital.) Wachtmeister, der für den Unterhalt der Kaserne zuständig ist |
| Benemerenti | (ital.) Päpstliche Auszeichnung für besondere Verdienste, namentlich für längere Dienstzeit (niedrige Stufe) |
| Béret / Barett | (franz./dt.) dunkelblaue Mütze der Gardisten |
| Bettolino | (ital., Bettola = Schenke) Gästekantine im Gardequartier |
| California | Unterkunft der Rekruten; die Bezeichnung soll daher rühren, dass sich die Unterkunft direkt unter dem Dach befindet, wo es im Sommer so heiss wird wie in – Kalifornien |
| Carlo Magno | (ital.) «Karl der Grosse», interne Bezeichnung des Aussenpostens Arco delle Campane (nach der dortigen Reiterstatue) |
| Castel Gandolfo | Päpstliche Sommerresidenz ausserhalb Roms |
| Cavaliere | (ital.) Ritter eines Päpstlichen Ordens |
| Commendatore | (ital.) Komtur eines Päpstlichen Ordens (hohe Auszeichnung) |
| Cortile di San Damaso | (ital.) «Damasus-Hof», Innenhof des Papstpalastes, wo am 6. Mai jeweils die Vereidigung der Garderekruten stattfindet |
| Dormitorio | (ital.) Schlafsaal für die Nachtdienst-Schichten |
| Feder | interne Bezeichnung für die Straussenfeder auf dem Morion; der Kommandant und der Feldweibel tragen eine weisse, die Offiziere eine violette, Unteroffiziere und Hellebardiere eine rote Feder |
| Flammenschwert | (auch Schlagschwert genannt) geflammte Zweihänder, von den zwei Wachen der Gardefahne getragen |
| Geschwader | militärische Einheit, entsprechend einem Zug der Schweizer Armee; die Garde verfügt über drei Geschwader |
| Ghetten | (dt.-ital., ghetta = Gamasche) zur Galauniform getragene Kniestulpen |
| GSP | Guardia Svizzera Pontificia |
| Hacken | Bezeichnung für Strafarbeiten, die beispielsweise darin besteht, zwecks Vermeidung von Missbräuchen ausgediente Uniformen zu vernichten. Früher wurden die Uniformen mit dem Beil zerhackt. |
| Hellebarde | spätmittelalterliche Stangenwaffe, wird in der Garde nur von den Schildwachen und bei Ehrendiensten getragen. Der Name kommt von «Barda (Beil) am Halm», weshalb auch die Bezeichnungen Halmbarde oder Helmbarde, in der Schweiz auch Halbarte, gebäuchlich sind. |
| Hellebardier | (dt.-franz.) Hellebardenträger, niedrigster Dienstgrad in der Garde, Abk. Hlb |
| Helm | interne Bezeichnung für den zur Galauniform getragenen blanken (genannt: weissen) oder schwarzen Morion |
| Hüttlipuure-Prüfung | alte Bezeichnung für das von den neuen Gardisten abzulegende Examen (heute: Rekrutenexamen) Mit dem Bestehen der Prüfung ist es dem Gardisten erlaubt, den anspruchsvolleren Dienst an der Porta Sant' Anna zu verrichten. Der Ausdruck Hüttlipuur (Hüttenbauer) entstand wohl in Anlehnung an das einstige Wachthäuschen. |
| Infermiere | (ital.) Unteroffizier, der für das Krankenwesen zuständig ist |
| Kniefall | höchste der drei Grussformen der Ehrenwache, bzw. entsprechendes Kommando (Kniefall mit gleichzeitigem militärischem Gruss der linken Hand; früher Grussform vor dem Heiligen Vater, auf Anordnung von Johannes Paul II. wird der Kniefall heute ausschliesslich bei der Wandlung während der hl. Messe sowie am Gründonnerstag vor dem Allerheiligsten ausgeführt) |
| Lanze | interne Bezeichnung für die von den Unteroffizieren getragene Partisane |
| Morion | offener Helmtypus, der im 16. Jahrhundert entstand. Die Helmglocke des Morions verfügt über einen grossen Kamm und ist von einer breiten Krempe umgeben, die an der Vorder- und Hinterseite des Helmes nach oben geklappt ist und und spitz zuläuft. Der Morion wurde bis zum Anfang des 17. Jahrhunderts verwendet und fand zunächst bei Pikenieren, später vor allem bei Stadtwachen und Leibgarden Verbreitung. |
| Napoli | früher Arrestzelle für fehlbare Gardisten. Wenn sich in früheren Zeiten jemand nach einem disziplinarisch bestraften Gardisten erkundigte, hiess es, er halte sich gerade in Napoli (Neapel) auf. |
| Panzer | interne Bezeichnung für den Harnisch, welcher heute nur noch an der Vereidigung getragen wird |
| Partisane | Stangenwaffe, welche ab dem 15. Jahrhundert von Unteroffizieren verwendet wurde. Offiziere trugen den ähnlich aussehenden, aber kürzeren Sponton als Paradewaffe. |
| Portone | (ital.) interne Bezeichnung des Aussenpostens Portone di Bronzo («Bronzetor») |
| Pro Ecclesia et Pontifice | (ital.) Päpstliche Auszeichnung für besondere Verdienste (höhere Stufe) |
| Säbel | eigentlich falsche Bezeichnung des zur Galauniform getragenen Schwertes |
| Runden | Kontrollgang der Offiziere und Wachtmeister bei den Wachtposten |
| Runka | Stangenwaffe des 15. und 16. Jahrhunderts mit breiter Gratklinge und schräg nach oben gerichteten Nebenspitzen. Die Runka wird in der Garde selten bei Zeremonien, beispielsweise bei der Ehrung der Gefallenen des Sacco di Roma, verwendet. |
| Sacco di Roma | (ital.) «Einsackung Roms» am 6. Mai 1527, Ehrentag der Schweizergarde |
| Sant' Anna | (ital.) interne Bezeichnung des Aussenpostens Porta Sant'Anna («Tor der Heiligen Anna») |
| Sant' Uffizio | (ital.) interne Bezeichnung des Aussenpostens Ingresso Sant' Uffizio («Eingang der heiligen Uffizien») |
| Schildwache | Wachtposten mit Hellebarde an den Aussenposten Portone di Bronzo und Arco delle Campane |
| Schlagschwert | (auch Flammenschwert genannt) geflammte Zweihänder, von den zwei Wachen der Gardefahne getragen |
| Schultern | zweithöchste der drei Grussformen der Schildwache, bzw. entsprechendes Kommando (Achtungsstellung, bei der die Hellebarde geworfen, wieder aufgefangen und an den Oberkörper herangezogen wird; wird ausgeführt vor dem Heiligen Vater sowie vor Kardinälen, Bischöfen, akkreditierten Botschaftern und Offizieren) |
| Schutzpatrone |
Die Schutzheiligen der Schweizergarde sind St. Martin (11. November), St. Sebastian (20. Januar) sowie der Heilige Niklaus von Flüe, «Defensor Pacis et Pater Patriae» (25. September). |
| Scorta | Eskorte des Gastes des Heiligen Vaters bei offiziellen Empfängen |
| Sentinella | (ital.) Schildwache |
| Sergente | (ital.) Wachtmeister |
| Squadra | (ital.) Geschwader |
| Stellung | niedrigste der drei Grussformen der Schildwache, bzw. entsprechendes Kommando (Achtungsstellung, bei der die Hellebarde an den Oberkörper herangezogen wird; wird ausgeführt vor Unteroffizieren, erkennbaren Geistlichen, nicht akkreditierten Botschaftern sowie Männern, die vor der Schildwache den Hut ziehen) |
| Thronwache | Schildwache um den Altarbereich bei Papstmessen |
| Vereidigung | Eidesleistung der neuen Gardisten, welche in Erinnerung an den Sacco di Roma am 6. Mai nach dem Eintritt erfolgt |
| Verstellen | Sonderdienst an Papstmessen, Audienzen, Empfängen und dergleichen; der Ausdruck stammt von «(dem Gegner) den Weg verstellen» |
| Verstellmannschaft | Abteilung, die zu einem Sonderdienst antritt |
| Vizekorporal | niedrigster Unteroffiziersgrad, Abk. VKplidigung getragen wird |



